Geigenunterricht in Hamburg - Sabine Münchow -

Geige kaufen

Kaufen Sie eine Geige mit Ohr und Auge

Eine Geige kauft man nicht im Vorbeigehen. Der Kauf einer Violine kann höherpreisig sogar eine Wertanlage sein. Aber es muss ja nicht gleich eine Stradivari, Amati oder Guarneri sein. Auch einfachere Instrumente steigen im Wert. Das Wichtigste ist: Sie müssen sich in das Instrument verlieben!

Kaufen Sie nicht die erstbeste Geige! Schauen Sie sich mehrere Instrumente an. (Jeder, der im Begriff ist, sich ein neues Smartphone zu kaufen, tut dies ebenfalls). Eine Geige oder Bratsche muss man in die Hand genommen haben, das Haptische und nicht weniger das Visuelle, macht viel aus. Doch vor allem Anderen, ist der Klang eines Streichinstrumentes von entscheidender Bedeutung.

Neu oder gebraucht kaufen?

Das ist tatsächlich Geschmackssache, ob man sich eine neue Geige kauft oder eine Gebrauchte. Heutzutage werden gute und ebenso viele minderwertige Geigen gebaut, das war in den vorherigen Jahrhunderten allerdings genauso. Ältere Instrumente sind meistens etwas teurer. Es spricht aber nichts dagegen, als Geigenanfänger oder Wiedereinsteiger eine neue Violine zu favorisieren. Ich selbst spiele ein Barockinstrument, das erst 2005 gebaut wurde und ich liebe dessen Klang.

Gut oder weniger gut?

Beim Kauf einer Geige ist die Qualität der Geige für den Laien schwer herauszufinden, aber es gibt einige Merkmale auf die man achten sollte. Die Verarbeitung, die Stärke des Holzes sollte nicht zu dick sein. Dies machen asiatische Hersteller oft, damit die Instrumente bei Lagerung und Fracht nach Europa keine Schaden nehmen. Das sind dann die günstigen Modelle, wo das Gesamtbild etwas grob ist. So z.B. sind die Wirbel nicht korrekt angepasst... Probieren Sie die Wirbel zu drehen, wenn sie rund laufen, ist alles bestens, knackst es immer wieder, muss nachgebessert werden. Wie sieht der Steg aus? Zart oder eher massiv?

Vor noch etwa 20 Jahren sagte man, Streichinstrumente aus Fernost kaufen wären zwar günstig, würden aber nichts taugen. Inzwischen produziert Asien Instrumente in verschiedenen Preissegmenten und die Qualität der Geigen und Bratschen hat sich wesentlich verbessert.

Kosten einer Schülergeige:

Die in Deutschland zum Kauf angeboten Schülergeigen sind meist asiatischen Ursprung. Die Geigenbauer in Deutschland machen sie dann noch „spielfertig“. Diese Geigen kosten etwa € 500. Meistens werden sie als „Set“ verkauft. Zum Instrument erhält man einen Bogen, eine Schulterstütze (ich favorisiere die der Firma KUN) und ein Kolophonium. Achten Sie darauf, dass der neue Bogen nicht allzu schwer und die Bogenstange nicht bereits ein bißchen verbogen ist, sie muss gerade sein. Auch sollte der Schwerpunkt gut ausbalanciert sein.

Hier die verschiedenen Größen der Schülergeigen:

Größe der Violine Gesamtlänge Geeignet für Kinder
1/16 Violine ca. 380 mm Zwischen 3-5 Jahren
1/8 Violine ca. 425 mm Zwischen 4-6 Jahren
1/4 Violine ca. 460 mm Zwischen 5-7 Jahren
1/2 Violine ca. 520 mm Zwischen 6-8 Jahren
3/4 Violine ca. 560 mm Zwischen 7-10 Jahren
4/4 Violine ca. 590 mm ab 9 Jahren

Kosten einer Erwachsenengeige; genannt: 4/4

Beim Kauf einer Geige liegen die Preise bei Einsteigermodellen bei ca. € 600. Diese Geigen sind dann eher aus asiatischer Produktion. Eine in Deutschland gefertigte Geige in diesem Segment würde um die € 1.200 kosten. Mittelklasseninstrumente liegen bei € 9.000, sehr gute Instrumente bei € 12.000 und aufwärts.

Die „Lady Blunt Stradivarius“ aus dem Jahre 1721 liegt derzeit bei einem Verkehrswert von 11,6 Millionen Euro. Klingt schon fast günstig, wenn man dagegen hält, dass Manchester United bereit war, für dem Nationalspieler Thomas Müller 2015 eine Ablösesumme von 120 Millionen Euro zu zahlen!

Privatkauf einer Geige

Privat ein Instrument zu erstehen ist ebenfalls eine Option, wo man hier und da auch mal ein Schnäppchen machen kann. Man findet Aushänge in Schulen, Musikschulen, Musikhochschulen, Universitäten, Musikalienhandlungen, Bücherhallen oder sogar in Supermärkten. Die Mutter einer Schülerin von mir, hat sogar eine Geige auf dem Flohmarkt gekauft. Dort zahlte sie € 25, musste die Violine aber hinterher vom Geigenbauer überholen lassen. Dafür zahlte sie weitere € 200.- Ergebnis: das Mädchen hat eine wunderbare Geige. Allerdings war das großes Glück.

Wenn Sie eine Geige von privat kaufen, werden sie unter Umständen die Geige zum Überholen zum Geigenbauer bringen müssen. Er oder sie wird Sie beraten, was noch zu machen wäre, um die Geige spielbereit zu machen.

Ihre Geige privat verkaufen

Sie können natürlich auch andersherum, Ihre eigene Geige oder Bratsche versuchen privat zu verkaufen. Das geht auf dieselbe Weise, wie oben beschrieben.Am besten Sie gehen zum Geigenbauer und ersuchen um eine Wertbestätigung. Darin müssen die Abmessungen, Beschreibung des Etiketts, falls vorhanden, Herkunft und Erbauer des Instrumentes, sowie der Zustand und natürlich der heutige Handelswert enthalten sein.

WARNUNG:

Seit Oktober 2015 bietet ein Mann unter dem Namen Herr Strauss seine Dienste an. Er weist sich als Geigenbauer aus und holt bei Privatleuten Instrumente ab. Der Mann nimmt sie danach angeblich in Kommission und verspricht die Geige oder Bratsche innerhalb von 3 Monaten zu verkaufen. Sie werden nie wieder etwas von diesem Mann hören. Das Instrument ist weg und Geld werden Sie nie erhalten. Herr Strauss ist um die 50, hat weißes Haar und ein ausgesprochen gepflegtes Äußeres. Falls sich dieser Mann bei Ihnen betreffs Instrumentenverkaufs meldet, sollten Sie sich an die Polizei wenden. Machen Sie keine Haustürgeschäfte!

Online kaufen

Vom Kauf via Internet (Ebay, Kleinanzeigen...) rate ich eher ab, es sei denn, die Online-Firma schickt Ihnen eine Auswahl an Instrumenten zu, die Sie dann 1-2 Wochen ausprobieren können. Beim Privatverkauf sollte das möglich sein. Dann allerdings wäre es von Vorteil, wenn Käufer und Verkäufer keine großen Entfernungen zurücklegen müssen.

Leider kursieren im Internet auch in dieser Branche eine Menge „schwarzen Schafe“.

Wenn eine Geige beispielsweise nur € 50 kosten soll, werden Sie sie nur als Dekoration verwenden können, ein ernstzunehmendes Instrument ist das keinesfalls. Das erste Eintauchen in die Welt des Geigenklanges sollte Ihnen nicht durch ein minderwertiges Instrument verleidet werden.

Geigenbauer

Meine Empfehlung: kaufen Sie ein Streichinstrument bei einem Geigenbauer oder von privat. Wenn Sie überlegen ein besonders altes oder wertvolles Instrument zu kaufen, gehen Sie bitte ausschließlich zu einem seriösen Geigenbauer! Private Anbieter müssen nicht unseriös sein, aber halten Sie die Augen offen, seien Sie kritisch. Der Geigenbauer Ihre Vertrauens wird Ihnen verschiedene Geigen vorlegen können. Dann haben Sie die Chance 2-3 Instrumente oder auch Bögen für etwa 2 Wochen auszuprobieren. Das ist der große Vorteil. Es ist unwahrscheinlich, dass das beim Onlinekauf möglich ist. Beim Geigenbauer hat Ihnen der Klang einer Geige besonders gefallen, 10 Tage später tendieren Sie zu einem anderen Instrument.

Sie sollten sich vor dem Besuch beim Geigenbauer Gedanken machen, welche klanglichen Eigenschaften das Instrument haben soll. Lieben Sie die hohen Töne der Geige oder einen vollen sanften klang einer Viola? Den Klang eines Instrumentes kann man durchaus optimieren.

Worauf muss ich achten?

Bitten Sie den Verkäufer der Geige und/oder die Bögen für 2 Wochen auszuleihen und lassen Sie das Streichinstrument von einem Fachmann überprüfen. Der Geigenbauer wird die Geige fachgerecht durchsehen und beispielsweise kaum sichtbare Risse im Korpus leicht entdecken, sie reparieren, um eine spätere Wertminderung bzw. größere Reparaturen zu vermeiden. Steg und Stimmstock der Geige müssen eingestellt werden. Dies stellt sicher, dass sowohl haptisch als auch klanglich ein ambitioniertes Geigespielen möglich ist.

Die 5 Großen: Steg, Stimmstock, Wirbel, Saiten und Griffbrett

Die Höhe des Stegs und dessen Rundung muss akkurat aufgeschnittenen sein. Ist dieser zu hoch, liegen automatisch auch die Saiten zu hoch und das Spiel der Geige wird mühsam. Ist die Nähe zum Griffbrett dagegen zu gering, kann es zu unschönen Nebengeräuschen führen. Den Stimmstock nennt man auch „Anima“, die Seele. Er ist das Herz der Geige, ohne den Stimmstock kann kein Ton erzeugt werden. Die Wirbel müssen passgenau in den Buchsen sitzen. Zu fest ist genauso wenig angenehm, wie zu locker. Das Griffbrett muss über eine korrekte Höhlung/Rundung verfügen, der Hals sollte dem Spieler schmeicheln und der Winkel zwischen Korpus und Hals muss stimmen. Viel bewirkt man auch, indem man den Stimmstock und Steg klanglich perfekt aufeinander abgestimmt einstellt, um gerade bei leisem, sanftem Bogenstrich noch eine gewisse Klarheit im Ton zu erzielen. Eine leichte Ansprache durch wenig Bogendruck ist das Ziel.

Ein Instrument sollte im Klang, egal wie die persönliche Vorlieben des Spielers sind (ob heller, dunkler, lauter, leiser), modulationsfähig sein. Das heißt, das Instrument muss den Spieler unterstützen und ihm ein Maximum an Klangfarben anbieten, von dunklen runden Bässen bis hin zu hellen klaren Sopran-Lagen. Dabei sollte die Geige oder die Bratsche in sich ausgewogen sein, also nicht einzelne Saiten/Tonlagen besonders hervorstechen. Die ganze Ergonomie eines Streichinstrumentes sollte ebenfalls an die Spieltechnik angepasst sein.

 

Ich berate Sie gern beim Kauf einer Geige und der Auswahl eines Instrumentes oder Bogens.

 

Geigenunterricht in Hamburg     © 2016-2017 Sabine Münchow     Impressum